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Knoblauch pressen oder schneiden – was wann sinnvoll ist

Pressen und Schneiden sind nicht zwei Wege zum selben Ergebnis. Sie führen zu unterschiedlichem Geschmack, unterschiedlicher Konsistenz und unterschiedlichem Aufwand. Hier steht, worin der Unterschied besteht, was ohne Presse funktioniert und wie das Schälen schneller geht.

Redaktion Knoblauchpressen Ratgeber Lesezeit: 6 Min
Gepresstes Knoblauchmus und geschnittene Knoblauchscheiben nebeneinander auf einem Holzbrett

Das Wichtigste in Kürze

  • Gepresster Knoblauch schmeckt schärfer als geschnittener, weil beim Pressen sehr viel mehr Zellen aufgebrochen werden.
  • Für Dressings, Marinaden und alles, was sich verteilen soll, ist Knoblauchmus die bessere Form; für Pfannengerichte mit sichtbaren Stücken das Messer.
  • Ohne Presse funktionieren Messerklinge, Reibe und Mörser – jeweils mit einem eigenen Nachteil.
  • Die Ausbeute – wie viel von der Zehe tatsächlich ankommt – trägt 15 Prozent unserer Bewertung.

Warum schmeckt gepresster Knoblauch schärfer als geschnittener?

Beim Pressen werden sehr viel mehr Zellen aufgebrochen als beim Schneiden mit dem Messer. Dabei entstehen die schwefelhaltigen Verbindungen, die für den typischen scharfen Geschmack sorgen – je feiner der Aufschluss, desto kräftiger das Ergebnis. Eine gepresste Zehe wirkt in einem Gericht deshalb deutlich präsenter als eine geschnittene derselben Größe.

Das ist kein Nachteil, sondern eine Stellschraube. Wer es milder mag, schneidet den Knoblauch oder gibt ihn früher in die heiße Pfanne; Hitze baut die scharfen Verbindungen ab. Wer wenig Knoblauch verwenden und trotzdem etwas schmecken will, presst.

Schmeckt gepresster Knoblauch bitter?

Bitter wird Knoblauch nicht durch das Pressen, sondern durch Hitze. Feines Knoblauchmus hat eine sehr viel größere Oberfläche als Scheiben oder Würfel und verbrennt in heißem Fett innerhalb von Sekunden – und verbrannter Knoblauch schmeckt bitter. Geben Sie gepressten Knoblauch deshalb spät und bei mittlerer Hitze dazu, oder nehmen Sie für lange Bratzeiten geschnittene Stücke.

Wann pressen, wann schneiden?

AnwendungBesserWarum
Dressing, Dip, Aioli, MarinadePressenKnoblauchmus verteilt sich gleichmäßig, es bleiben keine Stücke zurück
Kurz gebratene PfannengerichtePressen oder SchneidenMus geht schneller in die Sauce über, Stücke bleiben sichtbar und milder
Geröstete oder geschmorte GerichteSchneidenFeines Mus verbrennt in heißem Fett schnell und wird bitter
Knoblauchbrot, Butter, AufstrichePressenFeine Verteilung ohne Stücke, kein Nachhacken nötig
Ganze Zehen im Ofen oder SudWeder nochUngeschnitten bleibt der Geschmack mild und süßlich

Ein Zwischending gibt es auch: Zwei Zerkleinerer in diesem Vergleich schneiden, statt zu pressen – beim einen zerteilt eine gestanzte Lochplatte die Zehen mit leichtem Druck, beim anderen besorgen das Klingen in einer Kammer, die über die Arbeitsplatte gerollt wird. Das Ergebnis ist stückiger und milder als bei einer Hebelpresse; für das rollende Gerät nennt eine Kundenrezension Stücke von etwa 3 bis 5 mm, und bei einzelnen Zehen bleibt laut einer Kundenrezension mehr Rest im Gerät hängen. Wie die Bauarten sonst arbeiten, steht im Ratgeber Bauarten und Kraftaufwand.

Knoblauch pressen ohne Presse: drei Notlösungen

Sie kochen und die Presse fehlt oder ist noch schmutzig. Drei Wege funktionieren, jeder mit einem eigenen Haken:

  1. Messerklinge und Salz. Die geschälte Zehe mit der flachen Klinge zerdrücken, eine Prise grobes Salz darüber, dann die Klinge mehrfach schräg über die Masse ziehen. Das Salz wirkt als Schleifmittel und ergibt ein feines Knoblauchmus. Nachteil: Das Salz gehört in der Rezeptmenge mitgerechnet.
  2. Feine Reibe. Die Zehe an einer feinen Reibe abreiben. Das Ergebnis kommt Knoblauchmus am nächsten, geht aber schnell auf die Fingerkuppen – und der Geruch bleibt lange an den Händen.
  3. Mörser. Für mehrere Zehen die schnellste Lösung, für eine einzelne der größte Reinigungsaufwand.

Was nicht funktioniert: die Zehe ungeschält zerdrücken zu wollen und die Schale hinterher aus der Masse zu klauben. Genau diesen Schritt nimmt eine Presse ab, deren Presskammer die Schale zurückhält.

Die häufigsten Gründe für einen Neukauf sind laut den ausgewerteten Kundenrezensionen nicht fehlende Pressleistung, sondern ein verbogener Hebel oder eine Lochplatte, die sich nicht mehr sauber bekommen ließ.

Knoblauch schnell schälen

Das Schälen ist der Schritt, der beim Kochen am meisten Zeit kostet – und der einzige, den eine Presse nicht immer abnimmt. Drei Methoden sind zuverlässig:

  • Andrücken mit der Messerklinge. Die flache Klinge auf die Zehe legen, kurz mit dem Handballen daraufdrücken. Die Schale löst sich fast von selbst. Für eine bis drei Zehen die schnellste Methode.
  • Schälhilfe. Eine Silikonhülse, in der die Zehen gerollt werden; die Schale bleibt in der Hülse. Zwei Geräte in diesem Vergleich legen eine solche Schälhilfe bei – zu einem davon lobt eine Kundenrezension sie als zuverlässig, eine Rezension mit einem Stern berichtet dagegen, dass sie überhaupt nicht funktioniert habe.
  • Presse mit Schälwirkung. Ein Hersteller in diesem Vergleich wirbt damit, dass seine Presskammer große, ungeschälte Zehen aufnimmt und beim Pressen gleichzeitig schält. Laut den Kundenrezensionen kostet das etwas mehr Kraft, das Ergebnis bleibt aber einwandfrei.

Für den Geruch an den Händen danach gilt die Reihenfolge aus dem Ratgeber Knoblauchpresse reinigen: erst kaltes Wasser, dann an Edelstahl reiben, dann Seife.

Was von der Zehe tatsächlich ankommt

Die Ausbeute ist der Punkt, an dem sich Pressen am deutlichsten unterscheiden – und der Grund, warum wir sie als eigenes Kriterium führen. In den ausgewerteten Kundenrezensionen tauchen drei Muster auf:

  • Die Lochform entscheidet mit. Zu ein und demselben Gerät gehen die Erfahrungen dabei auseinander: Eine Kundenrezension beschreibt Löcher, durch die viel durchkommt und kaum etwas verstopft; eine andere hält dieselben Löcher für zu stumpf gearbeitet, sodass bei ungeschälten Zehen Auspressgut seitlich am Gehäuse austritt.
  • Nachpressen bringt den Rest. Zu einer Presse hält eine ausführliche Kundenrezension fest, dass die Druckplatte Stifte trägt, die auch den letzten Teil der Zehe auspressen, und dass selbst bei geschlossener Presse noch eine kleine Lücke zwischen den Griffen bleibt, die weiteres Nachpressen erlaubt.
  • Einzelne Zehen sind der schwierigere Fall. Bei Drehpresse und Zerkleinerer berichten Kundenrezensionen, dass bei nur einer Zehe mehr im Mechanismus oder in den Löchern hängen bleibt als bei mehreren auf einmal.

Lohnt sich eine Knoblauchpresse überhaupt?

Wenn Sie mehrmals pro Woche Knoblauch verarbeiten, spart die Presse jedes Mal Schälen, Hacken und ein zusätzliches Brett – und sie liefert eine Konsistenz, die sich mit dem Messer nur mit deutlich mehr Aufwand erreichen lässt. Wer Knoblauch selten und dann stückig braucht, kommt mit dem Messer genauso weit.

Das günstigste brauchbare Gerät dieses Vergleichs liegt bei rund 8,50 Euro, der Schwerpunkt liegt zwischen 15 und 20 Euro. Nach oben zahlt der Aufpreis vor allem auf zwei Dinge ein: eine durchdachte Reinigungsmechanik und massiveres Material. Die aktuellen Preise aller Geräte stehen im Vergleich.

Die Knoblauchpressen mit der besten Ausbeute

Die folgende Auswahl folgt der Teilnote Ausbeute, nicht der Gesamtwertung. Sie berücksichtigt die Angaben aus den Datenblättern und die Kundenrezensionen zum Anteil an Fruchtfleisch gegenüber reinem Saft.

OXO Good Grips Knoblauchpresse mit integriertem Reiniger
HEBELPRESSE · ZINKDRUCKGUSS

OXO Good Grips Knoblauchpresse mit integriertem Reiniger

AUSBEUTE 1,4 · BEWERTUNG 1,6

Zinkdruckguss-Presse mit großer Presskammer und integriertem Reiniger, der Reste aus den Löchern drückt – laut den ausgewerteten Kundenrezensionen leicht zu säubern.

17,63 €
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Zyliss Susi 3 Knoblauchpresse
HEBELPRESSE · ALUMINIUM-DRUCKGUSS

Zyliss Susi 3 Knoblauchpresse

AUSBEUTE 1,4 · BEWERTUNG 1,6

Aluminium-Druckguss-Presse mit integriertem Reinigungswerkzeug und laut Kundenrezensionen hoher Ausbeute über Jahre – Kritik gibt es am Reinigungswerkzeug selbst.

IKEA Knoblauchpresse KONCIS
HEBELPRESSE · EDELSTAHL UND ZINK

IKEA Knoblauchpresse KONCIS

AUSBEUTE 1,6 · BEWERTUNG 2,0

Günstige Presse aus Edelstahl und Zink mit herausnehmbarer Lochplatte, laut Kundenrezensionen hohe Ausbeute – vereinzelt Verfärbungen nach der Spülmaschine.

Fazit

Pressen und Schneiden sind zwei Werkzeuge für zwei Ergebnisse: feines, kräftiges Knoblauchmus auf der einen Seite, milde sichtbare Stücke auf der anderen. Wer beides regelmäßig braucht, kommt mit Presse und Messer weiter als mit einem Gerät, das beides halb kann. Und wer sich fragt, ob sich die Anschaffung lohnt: Die Antwort hängt weniger am Geschmack als an der Häufigkeit – mehrmals pro Woche ja, einmal im Monat eher nicht.

Welche Geräte in Frage kommen, steht im Knoblauchpressen-Vergleich; weitere Anwendungsfragen beantworten die häufigen Fragen.